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künsterlische Studie von Orcus mit seinem Mond Vanth
künstlerische Studie von Orcus mit seinem Mond Vanth

Vanth wurde von Michael E. Brown und T.-A. Suer auf Bildern des Hubble-Weltraumteleskops vom 13. November 2005 entdeckt. Vanth wurde bei 0,25 Bogensekunden Abstand zu Orcus gefunden, mit einer Differenz der scheinbaren Helligkeit von 2,7 ± 1,0. Die Entdeckung wurde am 22. Februar 2007 bekanntgegeben; der Mond erhielt die vorläufige Bezeichnung S/2005 (90482) 1.

Vanth umkreist Orcus einer beinahe perfekt kreisförmigen Umlaufbahn in 8.980 Kilometer mittlerem Abstand zu dessen Zentrum (18,979 Orcusradien). Die Bahnexzentrizität beträgt maximal 0,0036, die Bahn ist 90,20° (andere Angaben: 73° oder 109°) gegenüber der Ekliptik geneigt.

Vanth umrundet Orcus in 9 Tagen, 12 Stunden und 57 Minuten, was etwa 9.433,7 Umläufen in einem Orcus-Jahr (rund 246,38 Erdjahre) entspricht. Brown nimmt an, dass Orcus und Vanth wie Pluto und Charon eine doppelt gebundene Rotation aufweisen, einander also immer dieselbe Seite zeigen.

Es wird angenommen, dass der Mond wahrscheinlich ein eingefangenes Objekt des Kuipergürtels ist, da er den anderen „Kollisions-Monden“ nicht sehr ähnelt. Dabei wäre Vanth vom sogenannten Kozai-Effekt beeinflusst, was bedeutet, dass die Bahnneigung und Exzentrizität aneinander gekoppelt sind (Die Bahnneigung und die Periapsis nimmt ab, wenn sich die Exzentrizität erhöht, und umgekehrt). Da die fast kreisrunde Bahn jedoch eher dagegen spricht, ist eine Entstehung durch eine Kollision nicht auszuschließen.

Seit der Entdeckung 2005 konnte Vanth nur durch erdgebundene Teleskope beobachtet werden und dabei seine Bahnelemente bestimmt werden. Der Mond ist zu nahe an Orcus, um die Zusammensetzung seiner Oberfläche mit erdgebundenen Teleskopen spektroskopisch ermitteln zu können. Bei Beobachtung durch das Hubble-Weltraumteleskop konnte immerhin die von Orcus abweichende Farbe festgestellt werden. Im infraroten Spektrum konnte im Gegensatz zu Orcus keine Absorptionen von Wassereis nachgewiesen werden.